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Gäste aus Amerika
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Ingo Rüdiger Isert
Museum und Archiv, Jahresheft, 1994, des Heimatmuseums der Deutschen aus Bessarabien, Stuttgart, S. 10 - 12.

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Im Juni 1994 weilten mehrere Gruppen Amerikaner rußlanddeutscher Abstammung anläßlich des Bundestreffens der Rußlanddeutschen in Stuttgart. Sie hatten die Reise nach Europa mit einem Besuch in ihrer alten Heimat am Schwarzen Meer verbunden.

Bereits im voraus war angekündigt worden, daß am 17. Juni 1994 eine Gruppe unter der Leitung von John Klein aus Lincoln/Nebraska das Heimatmuseum der Deutschen aus Bessaarabien aufsuchen möchte. Zwei Vorstandsmitglieder des Heimatmuseums holten die Interessenten in ihrem Hotel ab und geleiteten sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch Stuttgart zum Haus der Bessarabiendeutschen. Die Besucher zeigten Verständnis für die mitten in der Umgestaltung befindlichen Ausstellungsräume und die dadurch behinderte Präsentationsmöglichkeit. Es war deutlich ihr Erstaunen darüber zu vernehmen, was die kleine Volksgruppe der Bessarabiendeutschen bisher erreicht hat und noch für die nächsten Jahre plant.

5: Amerikaner unter Leitung von John Klein besuchen das Heimatmuseum.

Zwei Tage später, am 19. Juni 1994, gab Prof. Michael M. Miller ein Dinner für die Vertreter der Landsmannschaft der Rußlanddeutschen und den Vorsitzenden des Heimatmuseums der Deutschen aus Bessarabien.

Prof. Miller arbeitet an der Universität Fargo in Nord-Dakota als Bibliograph. Dort entstand am Institut für regionale Studien im Jahre 1976 eine Spezialabteilung "Germans from Russia Heritage Collection", die das Erbe der Deutschen aus Rußland sammelt und so der Nachwelt bewahrt.

Die Spezialsammlung dieses Institutes an der Universität Nord-Dakkota wird mitgetragen von einer historischen Gesellschaft der Deutschen aus Rußland, die in Nord-Dakota 1971 gegründet wurde und sich - in enger Anlehnung an die Bezeichnung der Spezialsammlung - im Jahre 1979 den Namen "Germans from Russia Heritage Society" gab. Das offizielle Sprachrohr der Gesellschaft ist das vierteljährlich erscheinende Journal "Heritage Review" mit der Beilage "Der Stammbaum" mit umfangreichem familienkundlichen Material.

Es ist nicht verwunderlich, daß gerade in Nord-Dakota sich diese Institutionen entwickelten, wenn man berücksichtigt, daß im Jahr 1920 in den USA mehr als 116 000 Rußlanddeutsche lebten und davon allein 70 000 in Nord-Dakota. Außerdem konzentrierten sich von allem die Schwarzmeerdeutschen in Nord- und Süd-Dakota.

Gerade die Bessarabiendeutschen wissen dies gut, denn welche Familie hat in der Zeit von 1871 bis zum Ersten Weltkrieg nicht einen oder gar mehrere Auswanderer nach Amerika in ihrer Reihe zu verzeichnen? In den beiden Dakotas wurden ebenfalls die zwei wichtigsten Zeitungen für die Schwarzmeerdeutschen in den USA, die Dakota Freie Presse und der Staatsanzeiger, verlegt. Viele Nachrichten aus Bessarabien gelangten über Berichterstatter oder Briefe an die Verwandten in die USA und fanden dort Eingang in eine der beiden Zeitungen, so daß wir überraschend viele Informationen zu unserer bessarabischen Geschichte eben aus diesen "amerikanischen" Zeitungen entnehmen können.

6: Prof. Michael M. Miller aus Fargo/ND präsentiert die Aktivitäten der GRHC (19.6.1994).

7: Prof. Miller (Mitte) mit den Gästen der Landsmannschaft der Rußlanddeutschen (links) und des Heimatmuseums der Deutschen aus Bessarabien (rechts) (19.6.1994).

8: Margaret Freemann und Shirley Fischer Arends übergeben ihre Werke dem Heimatmuseum (20.6.1994).

Reprinted with permission of Ingo Isert.

Permission to use any images from the GRHC website may be requested by contacting Michael M. Miller
North Dakota State University Libraries
Germans from Russia Heritage Collection
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NDSU Dept #2080
PO Box 6050
Fargo, ND 58108-6050
Tel: 701-231-8416
Fax: 701-231-6128
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Director: Michael M. Miller
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