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Deutsche aus Odessa und dem Schwarzmeergebiet

Eine Ausstellung des Berufsbildungszentrums Augsburg der Lehmbaugruppe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kultur- und Begegnungszentrum "Bayerisches Haus" Odessa

Ein Auszug

Zur Bestellung des ganzen Katalogs der Ausstellung mit vielen Fotos Deutsche aus Odessa und dem Schwarzmeergebiet (1996) hier auklicken.

English

Wir danken

dem Direktor und den Mitarbeitern des Bayerischen Hauses Odessa
Wladimir Köhn, Alexander Archipow, Elvira Plesskaja, Sergej Schip
der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland
dem Kulturrat der Deutschen aus Rußland
dem Institut zur Erforschung der deutsch-ukrainischen Beziehungen
an der Freien Ukrainischen Universität
dem Osteuropa-Institut München
der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern
der North Dakota State University, Fargo, USA

Herausgeber: Berufsbildungszentrum Augsburg der Lehmbaugruppe
Gesamtgestaltung, Satz und Layout: Gruber und König, Augsburg
Druck: Druckerei Kessler, Bobingen
Augsburg, November 1996

Anmerkung zur Transkription:

Die Entstehung der Ausstellung und dieser Schrift begleitete immer wieder die Frage nach der Transkription der Vor- und Familiennamen, Straßen- und Ortsnamen.

Die Autoren der einzelnen Beiträge entschieden sich jeweils für unterschiedliche Methoden, die unverändert wiedergegeben werden. Für die Ausstellung wurde die phonetische Transkription gewählt, mit Ausnahme weniger im deutschen Sprachgebrauch eingebürgerter Abweichungen. Straßennamen wurden nicht ins Deutsche übersetzt und auf den Zusatz "Ulica" bzw. "Straße" verzichtet. Der Transkription liegen die russischen Straßennamen zugrunde, da sie in Odessa und von den Schwarzmeerdeutschen primär verwendet werden. Aus diesem Grund sind auch bei den zum Teil bereits wieder ukrainische Namen führenden Orten die russische Bezeichnung transkripiert worden.


Bildnachweis

Das in der Ausstellung präsentierte Bildmaterial entstand in enger Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Privatpersonen in der Stadt und dem Gebiet Odessa. Es photographierte Alexander Archipow.

Für die freundliche Unterstützung bei der Materialsammlung danken wir:

dem Direktor und den Mitarbeitern des Staatsarchivs Odessa
W.M. Maltschenko und O.W. Konowalowa,

der Direktion und den Mitarbeitern der Wissenschaftlichen Bibliothek an der Universität Odessa,
der Leiterin der dortigen Raritäten-Abteilung E.W. Sawelewa,
dem Vizedirektor des Odessaer Archäologischen Museums S. B. Ochotnikow,
der Bibliothekarin des Museums G.P. Ukrainskaja,
dem Direktor und den Mitarbeitern des Odessaer Museums "Private Sammlungen Bleschtschunow",
den Mitarbeitern der Raritäten-Abteilungen und der Abteilung "Odessika" der Odessaer Gorki-Bibliothek,
dem Mitarbeiter des Odessaer Museums für Geschichte und Landeskunde G.O. Perlow,
den Mitarbeitern des Museums der Fabrik "Odessapotschomasi" W.N. Woskresenskij und

E.I. Moltschanok,
dem Leiter des Museums der Odessaer Werft Nr. 2,
der Mitarbeiterin der Odessaer Gebietsverwaltung I.W. Tschewakowa,
den Bürgern der Stadt und des Gebietes Odessa,
die Informationen und Exponate zur Verfügung stellten:

Irma Stotz, Johann und Maria Isajko, Nadezhda Fetscher, Ljudmilla Riesling, Rosa Rainer, Philipp und Maria Schmalz, Lydia Schterbin, Vera Kryzhewskaja, Oxana Golubow

Für die Themenbereiche "Schwarzmeerdeutsche in der Bundesrepublik Deutschland" und "Ukrainer in Deutschland" photographierte Julia Sörgel, München.

Außerdem stellten Bildmaterial zur Verfügung:
Anton Bosch, Nürnberg
das Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart
die Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland, Stuttgart
Prof. M. Miller, North Dakota State University, USA
Alfred Eisfeld, Institut für Deutschland- und Osteuropaforschung, Göttingen


Inhalt
Bildnachweis S. 6
Grußwort S. 8
Vorwort:
Die Entstehung der Ausstellung S. 9
Schwarzmeerdeutsche aus der Ukraine S. 32
Deutsche Kolonien im Raum Odessa S. 32
Die Großliebentaler Kolonien S. 34
Die Kutschurganer Kolonien S. 35
Die Beresaner Kolonien S. 37
Geschichte der Schwarzmeerdeutschen seit der Mitte des 19. Jhdts S. 53

Grußwort

Der feste Wille zur politischen und kulturellen Selbstbestimmung hat der Ukraine 1991 die Unabhängigkeit gebracht. In der Folgezeit führte das zunehmend zu einer Rückbesinnung auf die Geschichte und Kultur bei den dort lebenden Menschen. Als die Stadt Odessa im Oktober 1994 ihr 200-jähriges Bestehen feierte, wurde die ethnische Vielfalt dieses Gebietes in einem Kulturprogramm eindrucksvoll dargestellt. Nur wenige wissen von der Geschichte und dem Wirken der über 450,000 Deutschen, die im 19. Jahrhundert im Süden der Ukraine lebten und die einen beträchtlichen Beitrag zur Entwicklung Odessas und des Schwarzmeergebietes geleistet haben. Sie waren seinerzeit der Einladung der Zarin Katharina II. gefolgt, dieses Gebiet Neurußlands unter Zusicherung von Sonderrechten zu besiedeln.

Als Höhepunkt der "Deutschen Woche" wurde anläßlich der 200-Jahr-Feier in Odessa - und dann auch in anderen ukrainischen Staaten - die in deutsch-ukrainischer Zusammenarbeit entstandene Ausstellung "Geschichte und Wirken der Deutschen im Schwarzmeergebiet" einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ich begrüße es sehr, daß diese - inzwischen noch überarbeitete und um den Themenbereich "Integration der Aussiedler" ergänzte - Ausstellung nun auch in verschiedenen deutschen Städten - beginnend mit Augsburg - der Bevölkerung die Möglichkeit gibt, sich über Geschichte, Kultur und die wirtschaftliche Situation der Rußlanddeutschen im Schwarzmeergebiet zu informieren. Auf diese Weise kann das Verständnis für die dort lebenden Deutschen, aber auch für die in die Bundesrepublik Deutschland gekommenen Aussiedler weiter vertieft werden.

Ich möchte allen, die an unserer Ausstellung mitgewirkt haben, hierfür danken und wünsche der Präsentation einen guten Erfolg.

(Unterschrift)

Manfred Kanther
Bundesminister des Inneren


Vorwort: Die Entstehung der Ausstellung

Die seit Jahrhunderten bestehenden Kontakte zwischen Deutschland und der Ukraine sind in den letzten Jahren enger geworden. In Politik, Kultur und Wirtschaft, aber auch mit eigener Vielzahl von persönlichen Kontakten zwischen einzelnen und zwischen verschiedensten Organisationen, sind sich Ukrainer und Deutsche näher gekommen. Die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern brachten auch den in Deutschland lebenden Ukrainern und den in der Ukraine lebenden Schwarzmeerdeutschen mehr öffentliches Interesse. Als Partneregion nimmt Bayern hier eine besondere Stellung ein.

Einer Einladung der russischen Zaren folgend, erreichten zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten deutschen Auswanderer auf dem Landweg oder über die Donau den Raum Odessa. Dort ließen sie sich nieder und schufen, im Genuß zahlreicher Privilegien, wohlhabende Kolonien. Doch bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurden die ersten Kolonisten von den russischen Machthabern aus ihrer Wahlheimat vertrieben. Manche wanderten vom Schwarzen Meer nach Amerika aus, wo sie bis heute als Volksgruppe ihre Wurzeln behaupten. Zahllose Deutsche fielen der Kollektivierung der Landwirtschaft und den "Säuberungen" Stalins zum Opfer. Die meisten aber wurden 1941-1945 von der deutschen Armee ins Deutsche Reich umgesiedelt und nach Kriegsende von den sowjetischen Besatzungstruppen nach Sibirien und Mittelasien deportiert. Unter dem Druck ethnischer Spannungen und wirtschaftlicher Not sind seit der Auflösung der Sowjetunion aus diesen Gebieten eine große Anzahl von Schwarzmeerdeutschen und ihren Nachkommen in die Bundesrepublik Deutschland ausgereist.

Einige tausend Schwarzmeerdeutsche leben bis heute in der Ukraine oder konnten dorthin zurückkehren. Sie haben die Bemühungen um Rückbesinnung auf ihre Sprache und Kultur verstärkt, die ihnen unter dem Druck der politischen und historischen Ereignisse weitgehend verloren gegangen sind. Neben der deutschen Gesellschaft "Wiedergeburt", der Deutschen Lutherischen Gemeinde, sowie losen Treffs und Zirkeln, entstand in Odessa das "Deutsche Kultur- und Begegnungszentrum Bayerisches Haus", das seit 1993 neben Deutschunterricht eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen anbietet, einen Kindergarten betreibt und regelmäßig Intensivkurse für Teilnehmer an Berufspraktika in Deutschland durchführt. Das vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung geförderte Haus konnte dank des Einsatzes der Kiewer Ministerien für Sozialen Schutz und für Nationale Minderheiten, der Stadt- und Gebietsverwaltungen in Odessa, sowie der Deutschen Lutherischen Gemeinde in Odessa und ihrer Partnerin, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern, eingerichtet werden und ist inzwischen eine über die Landesgrenzen der Ukraine hinaus bekannte Anlaufstelle für Deutsche sowie an deutscher Sprache und Kultur-Interessierte geworden.

Im Frühjahr 1994 begannen die Mitarbeiter des Kulturzentrums mit den Vorbereitungen für eine Ausstellung über die Geschichte und das Wirken der Deutschen in Odessa und im Schwarzmeergebiet. Die Ausstellung dokumentierte anläßlich der Feier des 200-jährigen Bestehens der Stadt, welchen Beitrag Deutsche zur Entstehung und Entwicklung Odessas geleistet haben. Zum ersten Mal wurde damit in dieser Form positiv über die Präsenz von Deutschen auf dem Gebiet der Ukraine berichtet, die nach 1945 pauschal als Staatsfeinde verurteilt worden waren und deshalb bis in die jüngste Vergangenheit unter Diskriminierungen litten.

Das Material für die Ausstellung wurde in Archiven, Museen und Bibliotheken gesammelt. Es wurden Fahrten in die ehemaligen deutschen Kolonien im Raum Odessa unternommen und dort noch lebende Deutsche befragt. Privatpersonen lieferten auch in Odessa eine Vielzahl von Detailinformationen und Exponaten, so daß eine umfangreiche Ausstellung mit aktuellem und historischem Material entstehen konnte, die dem Besucher einen lebendigen Eindruck vom Wirken der Deutschen im Süden der heutigen Ukraine und in der Stadt Odessa vermittelt.

Am 2. Oktober 1994 wurde die Ausstellung zum Abschluß der "Deutschen Woche" in Odessa feierlich eröffnet. Unter den Anwesenden waren Vertreter der Gebiets- und Stadtverwaltungen von Odessa, der in Odessa tätigen bundesdeutschen Organisationen und Verbände, Vertreter des Bundesministeriums des Inneren und des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit, sowie Vertreter bundesdeutscher Verbände der Deutschen aus Rußland.

Im Verlauf der folgenden Monate wurde die Ausstellung in verschiedenen ukrainischen Orten gezeigt und stieß überall auf großes Interesse. Im Mai 1995 unterstrich der stellvertretende Minister für Nationalitäten und Migration in Kiev, Oleksandr Haschyzkyi, in seinem Grußwort zur Ausstellungeröffnung in Kiev die Notwendigkeit der Rehabilitierung der Deutschen in der Ukraine und gab damit Anlaß zur Hoffnung auf eine auch offiziell neue Interpretation der Geschichte der Deutschen in der Ukraine. Die Ausstellung hatte damit eines ihrer Hauptanliegen erfüllt.

Für die Präsentation in Deutschland wurden Themenbereiche hinzugefügt. Den Blick für die Geschichte und Gegenwart der Aussiedler zu sensibilisieren, ist vor dem Hintergrund der schwieriger werdenden Integration von Aussiedlern in Deutschland das Anliegen auch dieses Begleitheftes zur Ausstellung.


1794 Gründung der Hafenstadt Odessa
Seit 1804 Unter den Folgen der Napoleonischen Kriege leidend, entschließen sich zahlreiche Bauern und Handwerker, aus Süddeutschland auszuwandern. In den sog. "Ulmer Schachteln" Donauabwärts oder auf dem Landweg erreichen die ersten Siedler das Schwarzmeergebiet.
1804-10 Entstehung der Großliebentaler, Kutschurganer, Glückstaler und Beresaner Kolonien im näheren Umkreis der Stadt Odessa. Der Kolonistenstatus und die damit verbundenen Privilegien ermöglichen den Siedlern, trotz schwieriger Bedingungen landwirtschaftliche Erfolge und beachtlichen Wohlstand zu erzielen.
Mitte des 19. Jhdts. Das entstehende Nationalbewußtsein läßt auch in Rußland erste Stimmen laut werden, die eine restriktive Politik gegenüber den fremden Siedlern fordern. Die Privilegien der Siedler werden schrittweise aufgehoben.
1871 Gründung des Deutschen Reiches. Weitere Verschlechterung der Situation für die Siedler. Zahlreiche Schwarzmeerdeutsche wandern nach Amerika aus.
1914 Beginn des Ersten Weltkrieges. Infolge der "Liquidationsgesetze" werden Österreicher, Ungarn und Deutsche in den Grenzgebieten enteignet und nach Sibirien verschleppt.
1917-20 Revolution und Bürgerkrieg, Enteignung der Landwirte. Zahlreiche Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage. Weitere Deportationen nach Sibirien.
Seit 1920 Die Nationalitätenpolitik der Sowjets bringt eine zeitweilige Verbesserung der Situation für die nationalen Minderheiten. Nationale Dorfräte und deutsche nationale Landkreise entstehen auch in der Ukraine.
1937/38 Die politische Situation verschlechtert sich drastisch, Auflösungen der nationalen Landkreise und Verbot des muttersprachlichen Unterrichts.
1939 Beginn des Zweiten Weltkrieges
1941 Odessa wird von rumänischen und deutschen Truppen besetzt. Alle Deutschen in den besetzten Gebieten werden in "Volkslisten" registriert.
1944 Rückzug der deutschen Wehrmacht. Umsiedlung von Deutschen in heute polnische Gebiete durch die Wehrmacht, Verschleppung von Rußlanddeutschen aus Deutschland durch die Sowjetarmee in Zwangsarbeitslager und Sondersiedlungen nach Sibirien und Mittelasien.
1955 Offizielles Ende des Kriegszustandes zwischen der Sowjetunion und Deutschland, Besuch des Kanzlers Konrad Adenauer in der UdSSR und Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Ende 1955 Lockerung der Beschränkungen für Deutsche in den Deportationsgebieten. Zahlreiche Schwarzmeerdeutsche erhalten die Möglichkeit, aus den Sondersiedlungen nach Mittelasien und in die baltischen Republiken umzusiedeln. Eine Rückkehr in das Schwarzmeergebiet ist nicht möglich.
1964 Teilrehabilitierung der Rußlanddeutschen
1972 Aufhebung der Freizügigkeitsbeschränkungen in der UdSSR.
1987 Neuregelung der sowjetischen Bestimmungen zur Ausreise aus Gründen der Familienzusammenführung. Die Aussiedlerzahlen steigen erstmals merklich an.

Schwarzmeerdeutsche aus der Ukraine

Die Geschichte der Deutschen im Schwarzmeergebiet ist mehr als 200 Jahre alt. Ende des 18. Jahrhunderts eroberte Rußland im Krieg gegen die Türken ausgedehnte Steppengebiete am Schwarzen Meer, deren Kultivierung umgehend eingeleitet werden sollte. Da die Leibeigenschaft die russischen Bauern in ihrer Freizügigkeit beschränkte und so eine schnelle Besiedlung der neuen Flächen unmöglich machte, wurden ausländische Siedler angeworben. Bereits im Juli 1763 hatte Kaiserin Katharina II. in einem Manifest die "Erlaubnis für alle nach Rußland kommenden Ausländer" erteilt, "sich in Gouvernements ihrer Wahl niederzulassen" und ihnen Sonderrechte gewährt. Neben verschiedenen ökonomischen und politischen Vergünstigungen garantierte das Manifest der Kaiserin den ausländischen Siedlern auch das Recht auf freie Religionsausübung und Selbstverwaltung. Das größte Echo fand der Aufruf Katharinas II. in den deutschen Kleinstaaten, in denen wirtschaftliche Not, konfessionelle Differenzen und Kriege die Bevölkerung zermürbten.

Alexander I. führte die von Kaiserin Katherina II. begonnene Ansiedlungspolitik in Südrußland zielstrebig fort. Auf der Grundlage eines von Innenminister Graf W. Kotschebej verfaßten Kolonisationsprogrammes wurden die Gouvernements Cherson, Jekaterinoslaw und Taurien besiedelt, ab 1812 auch Bessarabien. 1803 erreichten die ersten Siedler aus Ulm über die Donau die Dubossarer Quarantänestation. Damit begann die massive Besiedlung des Schwarzmeergebietes.

Die an der Donaumündung angekommenen Siedler hatten einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich und in vielen Fällen auf der Reise Angehörige verloren. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in der Quarantänestation konnten sie nach Odessa weiterreisen, wo sie den Winter verbrachten. Im Frühjahr 1804 begann die Landverteilung. Die Verordnung zur Kolonisierung durch Ausländer sah die Verteilung von großen, zusammenhängenden Landstücken in günstigen Lagen vor.


Deutsche Kolonien im Raum Odessa

"Die Kolonisten errichteten wohlorganisierte Kolonien in den von ihnen besiedelten ungastlichen Gebieten, sie verwandelten karge Steppen in blühende Felder, forsteten auf, legten Obst- und Gemüsegärten an und führten viele nützliche Neuerungen im Bereich der Landwirtschaft ein." Südrussisches Ministerium für staatliches Vermögen, 1854.

Viele Historiker haben sich mit dem Wirken der Kolonisten beschäftigt und es gewürdigt. Die ungewohnten geographischen und klimatischen Bedingungen bereiteten den deutschen Bauern anfangs große Schwierigkeiten. Sie waren gezwungen, neue Methoden des Landbaus zu entwickeln. In der ersten Phase der Anpassung an die neuen Gegebenheiten beschäftigten sie sich hauptsächlich mit der Viehzucht. 1805 wurden feinwollige Schafe nach Odessa und Dnjepropetrowsk gebracht und mit der Zucht dieser Tiere in Neurußland begonnen. Die Wolle war bald das wichtigste Erzeugnis der Kolonisten. Es gelang den Deutschen auch, ostfriesische Rinder an die widrigen Steppenbedingungen anzupassen. Die neue Rasse wurde bald als "Deutsches-Rotes-Rind" oder "Kolonisten-Rind" bekannt. Später begannen die Kolonisten großflächig Getreide, Sonnenblumen, Wein, Gemüse, Obst, Tabak und Seide anzubauen. Sie beschäftigten sich mit der Imkerei und der Forstwirtschaft. In vielen Kolonien gab es Ziegeleien, Weinkellereien, Brauereien, Käsereien und Ölmühlen. Bald entstanden auch wasser-, wind- und dampfbetriebene Mühlen, Gestüte und Tuchmachereien.

Die deutschen Kolonisten erreichten bald einen für die Verhältnisse ungewöhnlichen Wohlstand. Dazu trugen nicht zuletzt die Regelung der Landvergabe und die Gemeindestruktur der Kolonien bei. Als Landbesitzer fungierte die Gemeinde, der Land zur Ansiedlung übereignet worden war. Ein Teil dieses Landes wurde zur gemeinsamen Nutzung als Viehweide zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden allen Familien zu gleichen Teilen Hofland, Felder, und Wiesen zur eigenen Nutzung überlassen. In der Regel handelte es sich dabei um etwa 60 Hektar. Ein "Hofstück" oder "Familienstück" dieser Größe bildete zusammen mit den darauf befindlichen Wirtschaftseinrichtungen einen "Hof" oder eine "Wirtschaft", die von den Besitzern weder geteilt noch verkauft oder verpfändet werden durfte. Die Erbschaftsordnung trug dem oben genannten Rechnung. Den unteilbaren Hof übernahm einer der direkten Nachkommen des Besitzers -- unter der Voraussetzung, daß ihn die Gemeinde für fähig erklärte, den Hof zu führen. Junge Leute, die nicht auf dem elterlichen Hof bleiben konnten, übten in den Städten ein Handwerk oder Gewerbe aus, gründeten neue Kolonien auf zurückbehaltenen Landstücken oder erwarben bzw. pachteten selbst Land.

Das gesellschaftliche Leben in den Kolonien basierte auf der Selbstverwaltung. Höchstes Machtorgan war die Gemeindeversammlung, die aus je einem Vertreter pro Hof bestand. Die Gemeindeversammlung wählte einen Dorfschulzen und zwei Beisitzer und setzte einen Schreiber ein. Sie koordinierte die Leistung von Abgaben und andere Verpflichtungen, erörterte Fragen von allgemeinem Interesse und Beschwerden, setzte Geistliche ein, beschloß über den Ausschluß von Siedlern aus dem Kolonistenstand. Jede Frage wurde mit einen sog. "Gemeindespruch" entschieden. Alle drei Jahre wurde ein Schulze gewählt. Zu seinen Aufgaben gehörte es, sich um den Zustand der Kolonie, der landwirtschaftlichen Geräte und das Vieh zu kümmern, für den rechtzeitigen Beginn der Feldarbeit zu sorgen und die Sauberkeit der Höfe zu überwachen. Die Verwaltung von Getreidevorräten, das Schulwesen, die Verantwortung für öffentliche Gebäude und Verkehrswege lag bei den Gemeinden. Die örtliche russische Administration wurde ausschließlich in Fragen eingeschaltet, die über diese Kompetenzen der Kolonien hinausgingen. Es wurden Beobachter in die Kolonien entsandt, die vor Ort die Tätigkeit der deutschen Verwaltung überwachten und dem Fürsorgeamt Bericht erstatteten, das für die Kolonien zuständig war.


Die Großliebentaler Kolonien

Im heutigen Gebiet Odessa östlich des Dnjestr wurden insgesamt mehr als 500 Kolonien gegründet, im Gebiet Nikolajew etwa 40 und in Bessarabien etwa 150. Die Kolonisten benannten die Dörfer häufig nach ihren Herkunftsorten. So entstanden im Süden Rußlands die Orte Baden, Rastadt, Kassel, München, Straßburg und andere. Als die wachsenden Kolonien mehr Land benötigten, entstanden Tochterkolonien, die den Namen der Mutterkolonien mit der Vorsilbe "Neu" übernahmen. Später mußten die Kolonien zum Teil umbenannt werden. Unter Alexander I. 1819 erhielten die deutschen Dörfer zum Gedenken an den Sieg über Napoleon Namen wie Tarutino oder Borodino.

In unmittelbarer Nähe der Stadt Odessa befanden sich die Großliebentaler Kolonien. Großliebental (heute Welikodolinskoje) war das Zentrum der von Deutschen dicht besiedelten Region, zu der die Kolonien Lustdorf, (Tschernomorka), Kleinliebental (Malodolinskoje), Alexanderhilf (Dobroalexandrowka), Neuburg (Nowogradowka), Mariental (Marjanowka), Josefstal (Jossipowka) und Peterstal (Petrodolina) gehörten. Die Kolonien unterhielten enge Verbindungen zu Odessa. Ab 1907 verband eine Straßenbahnlinie die Stadt mit Lustdorf, dem reizvollen Badeort am Schwarzen Meer, der Erholungssuchende und Fremde anzog. Das ehemalige Straßenbahndepot in Lustdorf dient heute ebenso wie die Villa, in der die russische Dichterin Anna Achmatowa gewohnt haben soll, als Wohnhaus.

Die Einwohner der deutschen Kolonien gehörten in der Regel ausnahmslos nur derselben Konfession an. "Katholisch", "lutherisch" oder "mennonitisch" bezeichneten weit mehr als Traditionen und Bräuche, eine bestimmte Lebensweise und einen spezifischen deutschen Dialekt. Die von den Gläubigen der verschiedenen Konfessionen erbauten Kirchen wurden in den dreißiger Jahren enteignet. Während des Sowjetregimes standen sie, dem Verfall preisgegeben, leer oder wurden als Kulturhäuser, Lagerhallen und zu anderen weltlichen Zwecken zweckentfremdet. Im Gebiet der ehemaligen Großliebentaler Kolonien sind die deutschen Kirchengebäude zum Teil noch erhalten. Mit Ausnahme der Kirche in Großliebental selbst, die gerade zu einem orthodoxen Gotteshaus umgebaut wird, dienen die Gebäude als Kulturhäuser und Jugendklubs.


Die Kutschurganer Kolonien

Die bedeutendsten Kolonien des Kutschurganer Gebiets waren Straßburg (heute Kutschurgan), Baden, Selz, Kandel (heute Limanskoje), Mannheim (heute Kamenka) und Elsaß (bei Stepnoje). Der Kutschurgan ist ein kleiner Nebenfluß des Dnjestr. Auf Höhe der ehemaligen Kolonie Baden mündet er in den gleichnamigen Liman, der heute die Grenze zwischen der Ukraine und Moldowa darstellt. An seinem Ufer gründeten im Jahr 1808 an die hundert Familien aus Süddeutschland die Kutschurganer Kolonien und wurden dabei angeblich vom Gouverneur des Gebietes Odessa, Herzog Arman de Richelieu, persönlich unterstützt. In den Kolonien wurde Getreide und Gemüse, Melonen, Sonnenblumen, Flachs und Wein angebaut. Man beschäftigte sich mit der Viehzucht und betrieb Mühlen, Schmieden und andere Werkstätten. Für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonien war die Stadt Odessa von existenzieller Bedeutung. Der Handel mit Getreide und Wein wurde über den Hafen abgewickelt, außerdem verkauften die Kolonisten regelmäßig Gemüse auf dem "Priwos" und dem "Neuen Basar" in Odessa. Bei den Fahrten in die Stadt traf man sich in der Gastwirtschaft "Maibach", wo Informationen ausgetauscht, Preise besprochen und Geschäfte abgewickelt wurden.


Die Beresaner Kolonien

Der Beresaner Kreis war einer der größten Landkreise im Schwarzmeergebiet. Er liegt heute zum Teil im Gebiet Odessa, zum Teil im Gebiet Nikolajew. Zum Kreis gehörten die Kolonien Karlsruhe (Stepowoje), Rohrbach (Nowoswetlowka), Worms (Winogradnoje), Rastadt (Poretschje), München (Gradowka) und andere. In den Beresaner Kolonien befanden sich bemerkenswerte Einrichtungen, die nicht zuletzt ein Licht auf den materiellen Wohlstand und kulturellen Reichtum der deutschen Siedler warfen. Hier ist auf die Initiative des evangelischen Pastors Daniel Steinwand (1857-1919) gegründete Taubstummenschule in Worms zu nennen. In Landau, dem Zentrum des Beresaner Kreises, befand sich neben allgemeinbildenden und kirchlichen Schulen eine landwirtschaftliche Fachschule. Außerdem existierte in Landau ein mit einem Orchestergraben ausgestattetes Theater, was insofern bemerkenswert ist, als die Einrichtung von Theatern auch zur Blütezeit der Kolonien in der Regel den Städten vorbehalten blieb. Nordwestlich des Kreiszentrums Landau lagen die Kolonien Rastadt und München. Auch in diesen Orten sind viele stumme Zeugen ihrer Vergangenheit noch erhalten.


Die Geschichte der Schwarzmeerdeutschen
ab Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Entstehung des Panslawismus, das veränderte Nationalbewußtsein und das durch die Gründung des Deutschen Reiches 1871 verstärkte Bedürfnis nach Abgrenzung führten zunehmend zur Kritik an der Konzentration des Landbesitzes in den Händen nichtslawischer Zuwanderer. Man warnte vor der "friedlichen Eroberung" und "Germanisierung" Rußlands. 1887 wurde ein Fremdengesetz erlassen, das vor allem in den grenznahen Gebieten das Pachtrecht und das Recht auf Landerwerb für Ausländer sehr stark einschränkte. Die Privilegien für Kolonisten wurden ab 1871 aufgehoben und Russisch bzw. Ukrainisch als Amts- und Unterrichtssprache auch in den deutschen Kolonien eingeführt.

Landmangel und wachsender politischer Druck begannen sich gegen das Ende des 19. Jahrhunderts massiv auf die Lebenssituation der Deutschen auszuwirken. Viele von ihnen entschlossen sich deshalb dazu, das Schwarzmeergebiet zu verlassen. Da das Deutsche Reich nur eine sehr kleine Zahl von Schwarzmeerdeutschen aufzunehmen bereit war, nahmen viele Siedler im Rahmen der Agrarreform mit russischen und ukrainischen Bauern an der Kolonisierung Sibiriens teil und gründeten dort neue Kolonien. Tausende wanderten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nach Amerika aus und ließen sich unter anderem auch in North und South Dakota nieder. Eine zweite Auswandererwelle erreichte dieses Gebiet gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Die von der deutschen Armee aus dem Schwarzmeergebiet nach Deutschland evakuierten Kolonisten versuchten durch die Flucht nach den USA der Auslieferung durch die Alliierten an die Rote Armee zu entgehen.

Wer heute aus dem Schwarzmeergebiet nach North und South Dakota reist, wird über die Vielzahl von Parallelen staunen, die zwischen den "ukrainischen" und den "amerikanischen" Schwarzmeerdeutschen bestehen. Unter ähnlich schwierigen Bedingungen wie gut ein Jahrhundert zuvor ihre Vorfahren im Schwarzmeergebiet, bauten die Auswanderer in der nordamerikanischen Prärie Existenzen auf. Ihre neuen Wohnorte tragen die gleichen Namen wie die deutschen Siedlungen am Schwarzen Meer, die harten Lebensbedingungen in der Prärie gleichen den widrigen Umständen, unter denen die Steppe im Süden Rußlands urbar gemacht werden mußte. Vor allem aber nahmen die Schwarzmeerdeutschen ihre spezifische Lebensweise nach Amerika mit. Sie bemühen sich heute in Europa und in USA erfolgreich darum, die Verbindungen zu den weit verstreuten Verwandten wieder aufzunehmen und die zerrissenen Fäden neu zu spannen. Der Zerfall der Sowjetunion hat es möglich gemacht, daß sie sich am Schwarzen Meer und anderswo wieder begegnen.

Die politischen und ökonomischen Lebensbedingungen für die deutschen Siedler am Schwarzen Meer verschlechterten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter. Im Vorfeld des Ersten Weltkrieges wurden drastische Maßnahmen gegen die deutschen Siedler eingeleitet, um jede potentielle Zusammenarbeit mit dem Kriegsgegner von vornherein zu verhindern. Schon vor Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen, an denen etwa 300,000 Schwarzmeerdeutsche an den russischen Fronten teilnahmen, wurden die sog. Liquidationsgesetze erlassen. Sie sahen die Enteignung und Deportation aller innerhalb eines 150 km breiten Streifens entlang der Westgrenze ansässigen Bürger östrerreichischer, ungarischer und deutscher Herkunft vor.

Die Enteignung und Entrechtung der Deutschen im Schwarzmeergebiet erreichte mit den Liquidationsgesetzen und den bis 1917 währenden Maßnahmen zu deren Umsetzung einen ersten Höhepunkt. 1917 fiel ein Großteil der Kolonien der gerade gegründeten Ukrainischen Volksrepublik zu. Noch während des Ersten Weltkrieges wurde die Volksrepublik von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen besetzt. Die deutschen Kolonien standen unter ihrem Schutz und brachten für die deutsche Bevölkerung zunächst eine Entspannung der Situation.

Der Oktoberrevolution waren staatliche Zwangsmaßnahmen zur Lebensmittelbeschaffung und ein drastischer Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion gefolgt. Die Kollektivierung hatte weitere Enteignungen und Vertreibungen zur Folge und beraubte weite Teile der ländlichen Bevölkerung ihrer Lebensgrundlagen. Da die deutsche Bevölkerung einen hohen Prozentsatz wohlhabender Bauern mit verhältnismäßig großem Landbesitz stellte, war sie von den Maßnahmen gegen die Kulaken überdurchschnittlich betroffen. Obwohl die von Lenin 1921 eingeleitete "Neue ökonomische Politik" vorübergehend Erleichterungen für die Landwirtschaft gebracht hatte,kam es zu Hungerkatastrophen. Die vor der Revolution von den deutschen Gemeinden angelegten Getreidevorräte wurden zwangsaufgelöst.

Gleichzeitig bewirkte die Nationalitätenpolitik der Sowjetunion eine Vergrößerung der kulturellen Freiräume für die Schwarzmeerdeutschen. In den zwanziger Jahren begünstigte die Sowjetregierung die Bildung von nationalen Verwaltungseinheiten, in denen die jeweiligen Muttersprachen der Einwohner als Schul- und Amtssprache verwendet werden konnten. In der Ukraine entstanden in den zwanziger Jahren sieben deutsche nationale Landkreise, in denen die Deutschen über 70% der Bevölkerung stellten. Im Zuge der ab 1936 verstärkt betriebenen "Säuberungen" Stalins, von denen die Deutschen ebenso wie die übrige Bevölkerung betroffen waren, wurde mit der Auflösung der nationalen Räte und Landkreise und mit der Deportation ihrer Einwohner begonnen.


Deutsche nationale Landkreise in der Ukraine (1936)

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schicksal der Schwarzmeerdeutschen von der raschen Besetzung des Schwarzmeergebiets durch rumänische und deutsche Truppen bestimmt. Während die östlich des Dnjepr ansässigen Deutschen nach Sibirien und in die mittelasiatischen Republiken der Sowjetunion verschleppt wurden, standen die westlich des Dnjepr ansässigen Deutschen zunächst unter dem Schutz des Deutschen Reiches. Sie wurden in der sog. "deutschen Volksliste" registriert, die später als Grundlage für die Aushändigung von deutschen Einbürgerungsurkunden diente. Ende des Jahres 1943 begann mit dem Vormarsch der Roten Armee die Umsiedlung der Schwarzmeerdeutschen aus den besetzten Gebieten in den sog. Warthegau.

Soweit sie die Strapazen der Flucht überlebten, wurden die Deutschen mit dem Ziel der "Germanisierung" des Gebietes auf den Höfen vertriebener Polen angesiedelt. Die Kriegsereignisse zwangen die Siedler bald, weiter nach Westen zu flüchten. Einem Teil der Deutschen aus dem Schwarzmeergebiet, die sich nach Kriegsende in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands aufhielten, gelang es, unterzutauchen, um der Auslieferung an die sowjetischen Besatzungstruppen und der Rückführung in die Sowjetunion zu entgehen. Andere konnten nach Amerika weiterreisen. Eine Vielzahl von Schwarzmeerdeutschen wurde den sowjetischen Kommandos aber übergeben und unter großen Verlusten in sibirische Sonder- und Zwangsarbeitslager deportiert.

Mit Erlaubnis des Berufsbildungszentrums Augsburg der Lehmbaugruppe, Augsburg, Deutschland, gedruckt.

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