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Gisela Schilling Keller presents major gift to NDSU Libraries

July 12, 2001

Gisela Schilling Keller stiftet den NDSU Libraries einen namhaften Geldbetrag

Übersetzung: Alice Morgenstern, Munich, Germany

English


Die NDSU Libraries freuen sich, eine größere finanzielle Schenkung von Gisela Schilling Keller, Fargo, für die Germans from Russia Heritage Collection anzeigen zu können. Dies geschieht zum Gedenken an ihren verstorbenen Ehemann und wird den Namen: "NDSU Development Foundation Udo Gerhard Keller zu Kellerode-Stiftung" tragen. Die Schennkung wird im Rahmen eines speziellen Programms am 24. Juli 2001 um 15.00 Uhr am NDSU Alumni Center überreicht.

Udo und Gisela Keller und ihre beiden Kinder Gero und Uta wanderten 1955 mit Hilfe des Lutherischen Weltbunds aus Deutschland in die Vereinigten Staaten ein. Die Kinder Ingo und Carola kamen in Fargo zur Welt.

Gisela Keller war von 1967-1994 am NDSU Varsity Mart angestellt und ging im Alter von 75 Jahren in Pension. Während sie an der NDSU beschäftigt war, erwarb sie die akademischen Grade Bachelor of Art in Jahr 1981 und Master of Art 1986. Erinnerungen aus ihrem Leben finden sich in Teil 1 und 2 ihrer Memoiren: "Refugees - One of Many", die in "Heritage View", Germans from Russia Heritage Society, Bismarck, ND, veröffentlicht sind. Sie ist zur Zeit damit beschäftigt, ihre Erinnerungen aus der Zeit von 1929-1950 und den folgenden Jahren aus dem Deutschen ins Englische zu Übersetzen. Der Titel der Veröffentlichung ist in verkürzter Form in Anlehnung an einen alten deutschen Spruch gewählt:

"Und handeln sollst du so, als hinge von dir und deinem Tun allein, das Schicksal ab der deutschen Dinge, und die Verantwortung sei dein."

Dr. Timothy J. Kloberdanz, NDSU, ein langjähriger Freund und ehemaliger Lehrer von Gisela Keller, schreibt: "Ich habe viele lebe Erinnerungen an Gisela Keller und ihren verstorbenen Mann, Udo. So oft ich an sie denke, kommt mir das Wort `gütig' in den Sinn (=gracious). Sie verkörpern den Geist so vieler engagierter hart arbeitender amerikanischer Einwanderer, deren Bestreben es stets war, dem Lande mehr zu geben, als sie je hoffen konnten, zu empfangen. NDSU und Nord Dakota sind bessere und selbstbewusstere Stätten wegen so hervorragender Persönlichkeiten wie Gisela und Udo Keller geworden."

Bradley Steen, ein Mitarbeiter am NDSU Varsity Mart, der von 1978-1994 mit Gisela zusammenarbeitete, schreibt: "Ich habe die Freude, Mrs. Keller zeit 1978 zu kennen. Ich weiss, wieviel der Begriff "Familie" und der Wert ihres Herkommens für sie bedeutet. Ich bin überzeugt davon, dass sie glücklich über die Chance ist, die sich jetzt für sie bietet, das Vermächtnis des Namens und der Familie Keller weiterhin so in Ehren zu halten, wie es in vergangenen Jahren in Deutschland Brauch war."

Michael M. Miller, der Bibliograph der Russlanddeutschen und ihr Kollege, äussert dazu: "Die Geschichte von Gisela Keller macht den schwierigen Übergang des Wechsels von der alten Heimat in ein neues Leben in Nord Dakota sichtbar. Zu Beginn der 40er Jahre unterstützten Udo und Gisela viele Bessarabien- und Schwarzmeerdeutsche bei ihrer Neuansiedlung auf damals deutschem Gebiet. Menschen aus denselben Ländern gehörten zu denen, die sich in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts entschlossen, in die Prärieländer Dakotas einzuwandern. Die Keller-Schenkung unterstreicht die Bedeutung der Bewahrung von Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, die für die Geschichte von Nord Dakota so wesentlich ist."

Gisela Keller gibt selbst dazu an: "Mit dieser Schenkung folge ich einer Tradition in unserer Familie, ein Gemeinwesen zu unterstützen, sei es durch Landschenkungen oder finanzielle Hilfe, damit dort geholfen werden kann, wo es besonders dringlich ist und wo zugleich jedermann davon profitieren kann. Aber warum. so mag man sich fragen, wünsche ich, dass meine Schenkung an die NDSU Libraries gerade der Germans from Russia Heritage Collection zugutekommt? Wir selbst sind nicht Angehörige dieser ethnischen Gruppe. Aber als ich 1941 heiratete, folgte ich meinem Mann auf seinen Besitz im Warthegau. Dies war dammals der östliche Teil Deutschlands, der nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag an Polen gefallen war. Unter Hitler kam das Land 1939 an Deutschland zurück. Hitler vereinbarte in einem Pakt mit Stalin die Rückführung der Russlanddeutschen "in die alte Heimat" und ihre Wiederansiedlung in unserem Warthegau. Mein Mann half freiwillig bei dieser Aufgabe mit, während ich ihm dabei behilflich war, die entwurzelten Familien zu besuchen und zu trösten in dem Bemühen, ihnen Mut zu machen. Ich hatte großes Mitgefühl mit ihnen, ohne zu wissen, dass mir vier Jahre später eine ähnliche Erfahrung bevorstand."

Udo war bereits zur Wehrmacht eingezogen worden, als Gisela und ihre Nachbarn im Winter 1945 bei eisigen Temperaturen von -20 degrees Celsius vor den heranrückenden russischen Panzern fliehen mussten. Sie brachten einen Trek von 73 Planwagen, hauptsächlich besetzt mit russlanddeutschen Familien, auf Nebenstraßen in Sicherheit. Mit dieser Schenkung schließt sich der Kreis. Giselas Ehe nahm ihren Anfang im Warthegau und mit der Neuansiedlung von Russlanddeutschen. Deshalb ist gerade diese Schenkung in Erinnerung an Udo Gerhard Keller an eine Sammlung, die der Dokumentation und Bewahrung von Quellen über die Kultur und Geschichte dieser Menschen gewidmet ist, in hohem Maße geeignet. das in Ehren zu halten, was sie miteinander verband. Gleichzeitig wird damit die philantropische Tradition dieser Familie fortgeführt.

Weiters Informationen zur Germans from Russia Heritage Collection unter Website: library.ndsu.edu/grhc.

Permission to use any images from the GRHC website may be requested by contacting Michael M. Miller
North Dakota State University Libraries
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Director: Michael M. Miller
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