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In Touch with Prairie Living

In Kontakt mit dem Prärieleben, Juli, 1998

von Michael M. Miller

Übersetzung: Alice Morgenstern, München, Deutschland

English

Die Germans from Russia Heritage Collection (die Sammlung des Erbes der Rußlandddeutschen) an den Bibliotheken der NDSU erfaßt Präriefamilien und ehemalige Bewohner Dakotas. Auf verschiedene Weise unterstreicht sie die Bedeutung dieses Erbes als wichtigen Bestandteil der Geschichte und Kultur der nördlichen Prärien. Für den Juli steht als Beitrag unsere Reise in die alte Heimat nach Odessa, in die Ukraine und nach Stuttgart in Deutschland im Mittelpunkt, die in diesem Frühjahr stattfand.

Für mich persönlich war der Besuch der alten deutschen Dörfer auf der Krim in der Nähe von Simferopol unvergeßlich. Es hat mich tief bewegt, einige der deutschen Friedhöfe zu sehen und einigen ethnischen Deutschen zu begegnen, die heute noch ein so schweres Leben haben. Und wiederum hat mir mein Besuch in der südlichen Ukraine bestätigt, wie dankbar ich meinen Großeltern Baumgartner und Müller sein kann, dafür, daß sie strassburg im Kutschurgan Distrikt und Krasna in Bessarabien verließen und in den 80er Jahren nach Südzentral-Nord Dakota einwanderten. Ich kann nur immer wieder sagen: "Gott sei Dank - meine Vorfahren kamen nach Amerika!"

Die vierte von den NDSU Libraries geförderte "Reise in die alte Heimat: Deutschland und die Ukraine" im vergangenen Mai schenkte uns viele unvergeßliche Erinnerungen. Die nächste Reise findet vom 18.-31. Mai 1999 statt und umfaßt Besuche in Odessa,Ukraine, ehemals Bessarabien- und Schwarzmeerdeutsche Dörfer ebenso wie Stuttgart in Deutschland und Orte im Elsaß in Frankreich. Ich möchte Sie an Erinnerungen unserer Mitreisenden teilnehmen lassen.

Merv Rennich, aus Dunlap, Illinois schreibt: "Allein die Tatsache, daß ich mich in ehemals deutschen Dörfern befand und dort stand, wo auch meine Großeltern und Urgreoßeltern gestanden waren, eerfüllten mich mit einer Art Ehrfurcht. Nun kann ich ermessen, warum meine Großmutter so anerkennend und liebevoll von Hoffnungstal in Bessarabien sprach."

Rosemary Ripplinger Schwan aus Devils Lake, North Dakota schreibt: "Ich kann kaum glauben, daß es so wenige Deutsche in den Dörfern gibt. Eine kleine alte Frau von 86 Jahren im Dorf Selz bei Odessa, das heute Limanskoje heißt, sprach ein deutsches Gebet. Diese Erfahrung schlug uns alle in ihren Bann und berührte uns so sehr, daß Tränen in unseren Augen standen, während sie betete."

Wally Duchscher aus Havre, Montana schreibt: "Das Dorf Elsaß werde ich ein Leben lang nicht vergessen. Wir besuchten die Schule und wurden von den Lehrern und Schülern begrüßt. Sie waren ganz aufgeregt, als sie uns sahen und mit uns zusammen waren, und sie sprachen ganz gut englisch. Ich nahm eine alte Karte vom Dorf Strassburg zur Hand und wanderte damit durch den alten deutschen Teil dieses Dorfes bei Odessa auf der Suche nach dem Haus meiner Urgroßmutter Schall. Während ich mich bei einer Ukrainerin aufhielt, wies sie mich an eine alte deutsche Frau, die immer noch in diesem Ort lebte. Wir gingen zu ihrem Haus,und sie zeigte mir das Haus meiner Urgroßmutter. Sie zog auch eine alte Fotografie meiner Urgroßmutter hervor, die sie von ihrer Mutter erhalten hatte. Sie konnte noch mehr alte Frauen benennen, die in Strassburg lebten. Der Mädchenname ihrer Mutter war Richter, und sie gab mir auch ein Foto vom Bruder und der Schwester ihrer Mutter. Das war eine Erfahrung, an die ich mich ein Leben lang erinnern werde."

Walter Aman aus Portland, Oregon schreibt: "Für mich war der Besuch von Landau, wo meine Vorfahren von 1805-1889 lebten, eine tief bewegende Erfahrung. In Landau fand ich noch eine einzige Frau, die deutsch sprach. Sie heißt Rose Raimer und war für zehn Jahre nach Azerberjan deportiert worden. Sie berichtete über die große finanzielle Not im Dorf."

Walter und Irene Wahl Neuharth, aus Long Beach, California schreiben: "Es war für uns eine reine Freude, drei Bauernhöfe unserer Vorfahren in Kassel zu finden, dort entlangzugehen, wo sie gegangen waren und auch das schöne Land mit seinen Weizen- und Sonnenblumenfeldern und den großen Gärten zu sehen. Die Kirchen bedeuteten uns viel. In Neudorf, wo die Orthodoxe Kirche das historische evangelisch-lutherische Gotteshaus für sich beansprucht, waren wir dankbar dafür, daß man den Bau restauriert hat."

Gerald Fiechtner aus Fargo, North Dakota schreibt: "Die Journey to the Homeland Tour, die meine beiden Söhne und ich in diesem Frühjahr unternahmen, führte zu einer Erfahrung, die wir niemals vergessen werden. Allein schon auf den Straßen und Wegan zu wandern, auf denen meine Vorfahren gegangen waren, war ein seltenes und bewegendes Vorrecht für uns. Die Russen haben die meisten Spuren der Deutschen, die dort gelebt hatten,zerstört, selbst die Friedhöfe haben sie dem Erdboden gleichgemacht. Manche von denen, die das Glück hatten zu entkommen, leben nun irgendwo verstreut, so daß es sehr schwierig wäre, sie aufzufinden. Es ist fast unmöglich, den extremen Unterschied zwischen unserem Lebensstandard und dem der Ukrainer zu beschreiben.Und gewiß macht es mich glücklich, daß meine Vorfahren beschlossen, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Nach dieser Reise habe ich das Gefühl, daß ich, je mehr ich über meine Vorfahren erfahre, desto mehr über sie in Erfahrung bringen will und mich immer mehr dafür interessiere."

In der Spalte für den August möchte ich Ihnen meine Erlebnisse bei der Jahrhundertfeier in Wishek im Juli mitteilen. Prärie Public Television filmt die Feierlichkeiten in Wishek für den Dokumentarfilm über die Rußlanddeutschen, der im Winter seine Premiere haben wird. PPTV filmt in Zentral- und West Nord Dakota die historische Architektur der Rußlanddeutschen Einwanderung.

Für weitere Informationen hinsichtlich des Quellenmaterials der Sammlung, des Dokumentarfilms über die Rußlanddeutschen, die Reise in die alte Heimat nach Odessa im Mai 1999 und das Erbe der Rußlanddeutschen wende man sich an:

Michael M. Miller
Germans from Russia Bibliographer
NDSU Libraries, PO Box 5599
Fargo, ND 58105-5599
Tel: 701-231-8416
E-mail: Michael.Miller@ndsu.edu
website: http://library.ndsu.edu/grhc

Permission to use any images from the GRHC website may be requested by contacting Michael M. Miller
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Director: Michael M. Miller
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